Jakobstraße, Wehrhafter Schmied – religiöse Minderheiten & Zeugen Jehovas

Auch zu Zeiten des Nationalsozialismus gaTafel Jakobstraßeb es neben der katholischen und der evangelischen Kirche, religiöse Minderheiten, die von den Nationalsozialisten verfolgt und getötet wurden, da sie unter anderem den Kriegsdienst und den Hitlergruß verwehrten. Eine dieser Minderheiten gilt bis heute zu einer der Gemeinschaften, die sich am meisten gegen ihre Verfolgung gewehrt hat: Die Zeugen Jehovas. Ihre Rebellion beinhaltete jedoch zu keiner Zeit Gewalt, sondern beruhte auf dem stummen, jedoch aktiven Widerstand. Um das Volk auf ihre Unterdrückung aufmerksam zu machen, verteilten sie in den Jahren 1936-1937 beispielsweise viele tausend Flugblätter, was als die größte Widerstandsaktion des dritten Reichs angesehen wird. Über 1000 Anhänger mussten in der Zeitspanne von 1933-1945 durch solche Proteste ihr Leben lassen.

Wehrhafter SchmiedDamals gehörten rund 50 Aachener der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas an. Ab den dreißiger Jahren trafen sie sich regelmäßig in einem Haus in der Nähe der Statue des Wehrhaften Schmieds in der Jakobstraße. Ihrem Glauben nach, lehnten sie jegliche Ansichten der Nationalsozialisten ab und rebellierten gegen die von den Deutschen gewünschte Anpassung an nationalsozialistische Denkweisen. Ein Gesetz aus dem Jahr 1933 verbot schließlich die Existenz dieser Religionsgemeinschaft, worauf die Zeugen Jehovas mit gesteigertem, jedoch weiterhin gewaltlosem Widerstand reagierten. Jeder Zehnte von ihnen wurde von 1933-1944 auf Grund seines Glaubens ermordet.

-Anne Boldt

„Sie lehnten alle Kompromisse ab und zeigten, was in Nazideutschland möglich war. Sie waren willens, dafür zu leiden, und sie litten, wie es ihr Glaube forderte.“

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