Hauptbahnhof: Deportation

Hbf Deportation, alt - neuWährend des zweiten Weltkriegs wurden mehrere Millionen Juden aus Deutschland in Konzentrationslager deportiert. Die Durchführung dieser Aktion wurde meistens Polizeikräften, aber teilweise auch dem jüdischen Ordnungsdienst auferlegt. Den Juden wurde befohlen mit einigen persönlichen Gegenständen an einen Bahnhof zu kommen, wobei sie nicht wussten was auf sie zukommt. Jeder der sich diesem Befehl widersetzte, oder dem Schritt nicht standhalten konnte, wurde während der Aktion erschossen. Die Reise dauerte oft mehrere Tage, wobei die Deportierten massenweise in einzelnen Güterwagons ohne Lüftung, Wasser und Nahrung, gesperrt waren. Diese Aktion brachte schon vor dem Betreten des Konzentrationslagers viele jüdische Opfer mit sich.Tafel Hauptbahnhof

Durch die Grenzstadt Aachen kamen zehntausende Deportationen, die in Belgien interniert, das heißt abgeschoben, worden waren um anschließend per „Reichsbahn“ durch Deutschland in die Konzentrationslager geschleust zu werden. Die Stadt Aachen hatte somit durch ihre Grenzlage eine wichtige Rolle, da nicht nur deutsche sondern auch ausländische Juden deportiert werden konnten.

Im Jahr 1942 begannen die Deportationen aus Aachen. Rund 200 Aachener wurden mit Transporten im März und Juni 1942 in das Transit-und Durchgangsghetto nach Izbica gebracht, und von dort aus in verschiedene Konzentrationslager aufgeteilt. Bis heute ist kein HauptbahnhofÜberlebender dieser Deportationen bekannt. Der umfangreichste Transport aus Aachen fand am 25. Juli 1942 statt, bei dem sämtliche Juden aus dem Rheinland nach Theresienstadt gebracht worden, und von dort aus wieder in Konzentrationslager. Es sind 140 Aachener namentlich bekannt, welche in Ausschwitz ermordet worden, jedoch acht der Aachener in Theresienstadt haben überlebt und wurden teilweise in der Schweiz freigekauft.

                                                                                    Anna-Lena Sauder

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