Anna-Sittarz-Platz

Imbiss_BudeNatürlich traf die Ideologie des Nationalsozialismus auch innerhalb Deutschlands auf Widerstand. Ein Beispiel dafür ist Anna Braun-Sittarz. Sie besaß einen Milchkiosk, der ab 1933 als Widerstandstreffpunkt diente. Wegen der Nähe zur Grenze hatte Aachen eine große Bedeutung für den antifaschistischen Widerstand. Verbotene Organisationen und politische Parteien, die ins Ausland geflohen waren, konnten den Kontakt zu den im Untergrund lebenden Mitgliedern in Aachen gut halten.

Verbotene Informationsschriften wie Zeitungen, Flugblätter etc. wurden an die Grenze im Aachener Wald gebracht und dort nachts von Menschen aus Aachen abgeholt und zu verabredeten Verteilerstellen gebracht. Eine dieser Stellen war zum Beispiel Anna Sittarz Milchkiosk. Da solche kleine Geschäfte oder Handwerksbetriebe ohnehin Kundschaft hatten war Anna_Sittarzdies bei weitem unauffälliger als wenn so viele Menschen ständig in ein Wohnhaus ein- und ausgehen würden. Von Aachen aus wurden die Informationsschriften dann in der näheren Umgebung verteilt

Anna Sittarz wurde in Aachen geboren. Fünf Jahre lang, bis 1929 gehörte sie als Vertreterin der Kommunistischen Partei dem Stadtrat an. Nach der Machtübernahme durch die Nazis 1933 wurde sie erstmals wegen illegaler politischer Tätigkeit verhaftet. Ihr Milchkiosk war als Umschlagplatz für illegales Material aufgeflogen. Vier Jahre später wurde sie mit 20 weiteren Widerstandskämpfern vor Gericht gestellt und zu 27 Monaten Zuchthaus wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt. Selbst nach ihrer Entlassung wurde sie ständig von der Gestapo überwacht. Trotzdem setzte sie sich auch dann noch für andere Verfolgte ein. Anna Sittarz war in den letzten Kriegstagen in Aachen geblieben. Danach war sie Mitgründerin des ”Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes”.

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