Saarstraße

blaaaVerbrechen in der „Saarstraße“
Als das dritte Reich in Aachen im Jahre 1944 kurz vor einer Niederlage stand, gab die Nazi-Führung in Aachen den Befehl, dass die Zivilbevölkerung die Stadt verlassen musste. Die Evakuierung lief ziemlich chaotisch ab und auch die herannahenden Geräusche der Geschütze verbesserte die Situation natürlich nicht. Die NSDAP lies wüste Drohungen von sich und machte der Zivilbevölkerung klar, dass jeder der die Stadt nicht sofort verlassen würde, als Landesverräter hingerichtet werden würde.

Zu dieser Zeit, als der Weltkrieg in Aachen kurz vor dem Ende stand, wurden in diesem Monat 2 Kinder, Johann Herren und Karl Schwartz, beide im Alter von 14 Jahren vor einem Bunker in der Saarstraße gefangen genommen. Ihnen wurde das Verbrechen der Plünderung vorgeworfen, welches aber nicht nachgewiesen werden konnte und sie wurden von Soldaten des dritten Reiches abgeführt. Als die Kinder vor ein Standgericht geführt wurden, wurden sie trotz fehlender Beweise zu ihrem vermeintlichen Verbrechen, von jenem Gericht zu Tode verurteilt. Man führte sie zu dem Ort ihrer Verhaftung zurück und am 13. September 1944 wurden sie nahe der heutigen Gedenktafel, welche an dem Bunker der Saarstraße befestigt ist, öffentlich hingerichtet.

Einige Zeit später wurde Karl Weiß, ein einfacher Ermittler, mit den Ermittlungen gegen „Unbekannt“ von der Staatsanwaltschaft beauftragt. Nach einigen Nachforschungen drängte er den Kreis der Verdächtigen auf die Offiziere der 116. Panzer Division, welche auch als „Windhunde“ bekannt waren, ein. Die Eltern legten eine Klage wegen „Vergehen an der Menschlichkeit“ ein und als sich die Lage zuspitzte und der Prozess kurz bevorstand, wurde Karl Weiß aus den Ermittlungen ausgewiesen. Er erfuhr kurz darauf aus persönlicher Quelle, dass eigentlich genug Beweise vorhanden wären um die T

äter zu verurteilen, doch als der Prozess abgehalten wurde, ergab dieser den Freispruch für die Offiziere.

Tafeltext:
Aachen wurde im September 1944 auf Anordnung der Nazis zwangsweise geräumt. Johann Herren und Karl Schwartz, beide 14 Jahre alt, wurden in der Stadt von Wehrmachtsoldaten willkürlich unter dem Vorwurf der „Plünderung“ festgenommen. Ein Standgericht verurteilte die beiden unschuldigen Jungen zum Tode und ließ sie am 13. September 1944, wenige Wochen bevor Aachen durch amerikanische Truppen von den Nazis befreit wurde, in der Nähe dieses Bunkers erschießen.

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