Pastor-Franzen Straße, Walheim

Pastor-Franzen Straße, Walheim

Auch in Aachen sorgten die Gesetze zur EntrechtungDSC_0028 der Juden dafür, dass Menschen jüdischen Glaubens ihres Besitzes enteignet, ihrer Arbeit beraubt und menschenunwürdig behandelt wurden. Diese Ausgrenzung und Entrechtung verschärfte sich vor allem zwischen 1940 und 1944, als in ganz Deutschland Internierungs-, Durchgangs-, und Arbeitslager entstanden, in denen Juden auf engstem Raum in kleinen Hütten Leben und Arbeiten mussten.

Die internierten Juden mussten oft schwere körperliche Arbeit leisten. Meistens wurden sie früh morgens abgeholt und zur Arbeit in Steinbrüchen oder zum Straßenbau gebracht, wo sie bis zu 10 Stunden am Tag arbeiten mussten.

In Aachen und Umgebung entstanden ebenfalls viele solcher Lager, so wie in Walheim, wo, zwischen März und November 1941, 80 Juden in dem ehemaligen Pfarrheim gefangen gehalten wurden.In dieser Zeit entstand auch der Begriff „Jugendheim = Judenheim“, da das Pfarrgebäude zuvor als Gemeinschaftsort für Feiern aber auch als Kino verwendet wurde. Die hier eingepferchten Juden wurden zum Ausbau der Himmelsleiter von Frisenrath nach Roetgen „eingesetzt“.

BettyReisNeben den zur Zwangsarbeit eingesetzten männlichen Juden wurden auch einige Frauen in solche Lager gebracht. Sie arbeiteten dort Beispielsweise als Küchenhilfe.Eine von ihnen war Betty Reis. Sie war in Walheim interniert wechselte aber des Öfteren das Lager. Bekannt wurde sie durch Briefe, welche sie an ihren Bruder schrieb, der zuvor nach England gezogen war.In diesen Briefen beschrieb sie zum Teil auch die Umstände in den Lagern. Am 15. Juni 1942 wurde Betty Reis fortgebracht und gelangte mit großer Wahrscheinlichkeit auch nach Auschwitz, wo sie jedoch überlebte. Ihr letztes Lebenszeichen kam 1944 in Form von mehreren Briefen aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen.

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