Orte der Erinnerung – jüdische Schicksale zwischen 1933 – 1945 in Aachen

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Stolpersteine der Familie Frank

Im Rahmen des Projektes „Alltagsorte“ haben sich die Schüler in diesem Jahr mit einem belastenden Teil der Aachener Stadtgeschichte beschäftigt und Spuren jüdischen Lebens zwischen 1933 und 1945 erforscht. Den Anstoß hierfür boten die vielen Stolpersteine, die uns täglich auf unseren Wegen begegnen und einen spezifischen Einblick in die Schicksale von jüdischen Aachener Bürgern in der Zeit des Nationalsozialismus erlauben. Der Name „Stolpersteine“ wirkt in diesem Zusammenhang durchaus symptomatisch, da wir ihnen an Plätzen und Wegen begegnen, die oftmals unsere eigenen Mittelpunkte darstellen und dieser Lebenswirklichkeit damit ungefragt eine weitere Facette der historischen Lebenswirklichkeit hinzufügen. Öffnen wir uns dieser Form, sind diese Orte nicht mehr stumm.

Initiator dieser europaweiten Aktion „Stolpersteine“ ist der Kölner Künstler Gunter Demning, der – mit dem Hintergrund den zu Nummern degradierten  Opfern wieder ihren Namen zurückzugeben – bislang über 43.000 Steine in über 1000 Orten verlegt hat. Der Erfolg ist dabei maßgeblich von gesellschaftlichem Engagement vieler lokaler Vereine oder auch Schulen abhängig, die zumeist die Forschung und Durchsetzung vor Ort übernehmen. Von einigen wenigen kritischen Stimmen abgesehen, fällt die Resonanz gegenüber den Stolpersteinen überaus positiv aus, sodass sich das Projekt mittlerweile europaweit etablieren konnte.

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Tafel Bergdriesch

Die Schüler des Inda-Gymnasiums haben sich in diesem Zusammenhang ebenfalls auf die Suche nach derartigen Orten begeben und ihre Ergebnisse in Form der vorliegenden Karte dokumentiert. Neben den vielen Einzelschicksalen war es für uns in einem ersten Schritt wichtig, vor allem zentrale Orte darzustellen die im Zusammenhang mit der Aachener Stadtgeschichte eine Bedeutung erlangt haben und in Aachen durch verschiedene Gedenktafeln zum Ausdruck kommen. Eine digitale Aufbereitung und Präsentation der einzelnen Steine ist in einem Anschlussprojekt geplant. Maßgeblich unterstützt wurde unsere Arbeit dabei vor allem durch die umfangreiche Dokumentation des Aachener Projektes „Wege gegen das Vergessen“, welches die stadtgeschichtliche Grundlagenforschung in diesem Zusammenhang maßgeblich vorangetrieben und medial sowie lokal aufwendig dokumentiert hat. Unser Dank gilt daher auch diesem Projekt, ohne welches uns eine derartige Präsentation wohl nicht möglich gewesen wäre. 

Was sich uns am Ende zeigte, war, dass auch Aachen exemplarisch herangezogen werden kann, wenn wir konkrete historische Belege suchen für die Phasen der Entrechtung, Ausplünderung und Vertreibung jüdischen Lebens auf ihren – vom Regime vorgezeichneten – Wegen über den Aachener Hauptbahnhof hinaus ins Exil oder den verschiedenen Konzentrations- und Vernichtungslagern. Die Orte und Schicksale bewusst zu machen und damit in Erinnerung zu behalten, war Aufgabe dieses Projektes zum Abschluss des Geschichtsunterrichtes vor dem Abitur.

Orte der Erinnerung – jüdische Schicksale zwischen 1933 – 1945 in Aachen

(die jeweiligen Orte wurden gekennzeichnet und lassen sich aufrufen)

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