Karikaturen im Geschichtsunterricht – Ein Arbeitsblatt

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Karikaturen stellen für viele Schüler eine echte Herausforderung dar. Das liegt unter anderem daran, dass sich viele der zeitgenössischen Elemente nur schwer dekonstruieren lassen, da sie für Schüler einfach nicht zum Alltagswissen gehören. In den Augen des Schülers wird die Jakobiner- dann eben zur Pudelmütze und die Schlange des Liberalismus zum Monster von Loch Ness. Selbst mir als Lehrer fällt nicht immer jeder Element auf und warum der dt. Michel eigentlich Michel heißt und grundsätzlich ne Schlafmütze trägt, hat sich für mich bis heute eigentlich nur unzureichend geklärt. (Aus dem Vormärz? hmm…naja)

Als Vorbereitung auf die Abiturprüfung habe ich – in Anlehnung an die vorherrschende Obligatorik – daher mal alles zusammengesucht, von dem ich meine, dass Schüler es kennen und einordnen können sollten. Herausgekommen sind zwei wilde Arbeitsblätter voller Mützen, Bärten und Gesichtern, die einmal quer durch die Geschichte zw. 1800 – 1945 gehen. Es ist ein Anfang, den ihr gerne weiter vervollständigen dürft.

Hier zum download erhältlich:   Karikaturen

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Yu Ming Is Ainm Dom – eine chinesisch-irische Geschichte

Anbei eine kleine Empfehlung für einen sehr liebevoll gemachten Kurzfilm. Yu Ming ist ein chinesischer Jugendlicher, der mit seinem Leben in China nicht mehr zufrieden ist und der sich daher auf den Weg in eine – für ihn – neue Welt nach Irland macht. Um dort sprachlich anzukommen, lernt er zuvor ca. ein halbes Jahr lang sehr Intensiv Gälisch. Als er dann schließlich vor Ort ist, stößt er auf das unerwartete Problem, dass dort trotz Amtssprache nur noch ungefähr 7% der Iren überhaupt Gälisch sprechen (können). Eine liebevolle kleine Sozialstudie…

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Orte der Erinnerung – jüdische Schicksale zwischen 1933 – 1945 in Aachen

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Stolpersteine der Familie Frank

Im Rahmen des Projektes “Alltagsorte” haben sich die Schüler in diesem Jahr mit einem belastenden Teil der Aachener Stadtgeschichte beschäftigt und Spuren jüdischen Lebens zwischen 1933 und 1945 erforscht. Den Anstoß hierfür boten die vielen Stolpersteine, die uns täglich auf unseren Wegen begegnen und einen spezifischen Einblick in die Schicksale von jüdischen Aachener Bürgern in der Zeit des Nationalsozialismus erlauben. Der Name “Stolpersteine” wirkt in diesem Zusammenhang durchaus symptomatisch, da wir ihnen an Plätzen und Wegen begegnen, die oftmals unsere eigenen Mittelpunkte darstellen und dieser Lebenswirklichkeit damit ungefragt eine weitere Facette der historischen Lebenswirklichkeit hinzufügen. Öffnen wir uns dieser Form, sind diese Orte nicht mehr stumm.

Initiator dieser europaweiten Aktion “Stolpersteine” ist der Kölner Künstler Gunter Demning, der – mit dem Hintergrund den zu Nummern degradierten  Opfern wieder ihren Namen zurückzugeben – bislang über 43.000 Steine in über 1000 Orten verlegt hat. Der Erfolg ist dabei maßgeblich von gesellschaftlichem Engagement vieler lokaler Vereine oder auch Schulen abhängig, die zumeist die Forschung und Durchsetzung vor Ort übernehmen. Von einigen wenigen kritischen Stimmen abgesehen, fällt die Resonanz gegenüber den Stolpersteinen überaus positiv aus, sodass sich das Projekt mittlerweile europaweit etablieren konnte.

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Tafel Bergdriesch

Die Schüler des Inda-Gymnasiums haben sich in diesem Zusammenhang ebenfalls auf die Suche nach derartigen Orten begeben und ihre Ergebnisse in Form der vorliegenden Karte dokumentiert. Neben den vielen Einzelschicksalen war es für uns in einem ersten Schritt wichtig, vor allem zentrale Orte darzustellen die im Zusammenhang mit der Aachener Stadtgeschichte eine Bedeutung erlangt haben und in Aachen durch verschiedene Gedenktafeln zum Ausdruck kommen. Eine digitale Aufbereitung und Präsentation der einzelnen Steine ist in einem Anschlussprojekt geplant. Maßgeblich unterstützt wurde unsere Arbeit dabei vor allem durch die umfangreiche Dokumentation des Aachener Projektes “Wege gegen das Vergessen”, welches die stadtgeschichtliche Grundlagenforschung in diesem Zusammenhang maßgeblich vorangetrieben und medial sowie lokal aufwendig dokumentiert hat. Unser Dank gilt daher auch diesem Projekt, ohne welches uns eine derartige Präsentation wohl nicht möglich gewesen wäre. 

Was sich uns am Ende zeigte, war, dass auch Aachen exemplarisch herangezogen werden kann, wenn wir konkrete historische Belege suchen für die Phasen der Entrechtung, Ausplünderung und Vertreibung jüdischen Lebens auf ihren – vom Regime vorgezeichneten – Wegen über den Aachener Hauptbahnhof hinaus ins Exil oder den verschiedenen Konzentrations- und Vernichtungslagern. Die Orte und Schicksale bewusst zu machen und damit in Erinnerung zu behalten, war Aufgabe dieses Projektes zum Abschluss des Geschichtsunterrichtes vor dem Abitur.

Orte der Erinnerung – jüdische Schicksale zwischen 1933 – 1945 in Aachen

(die jeweiligen Orte wurden gekennzeichnet und lassen sich aufrufen)

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Europeana 1914-1918 – Quellensammlung Erster Weltkrieg

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Im Rahmen von historischen Jubiläen kommen immer wieder interessante Projekte ans Licht, die sonst eher dem ausgesuchten Kreis bekannt sind. Gegenwärtig ist es vor allem die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg, die überregional in den medialen Fokus rückt und dabei so Manches hervorbringt, was uns Lehrern (und Sammlern) im Alltag nützen kann. Eine wirklich tolle Sammlung an historischen Quellen bietet beispielsweise das Projekt “Europeana 1914-1918″. Hier finden sich – gegliedert nach Quellengattungen – verschiedenste Zeugnisse aus der Zeit des Ersten Weltkrieges.

Eropeana

Zusätzlich interessant macht die Sammlung wohl der Umstand, dass es sich bei den Zeugnissen teilweise um subjektive und persönliche Dokumente handelt, die damit natürlich auch eine emotionale Ebene ansprechen. Leider habe ich gegenwärtig keinen Kurs, mit dem ich diese Seite mal ausprobieren könnte. Wie siehts bei euch aus? Findet ihr die Seite hilfreich? Oder kennt ihr weitere Projekte?

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um zu retten, was noch zu retten ist – Portfolios und Diagnostik im Förderunterricht (Latein)

Ab kommender Woche habe ich die schwierige Aufgabe, einen Latein-Förderkurs in der 8.Klasse zu managen. Im Unterschied zu meinem regulären Unterricht treffe ich hier (voraussichtlich) auf verständlicherweise völlig demotivierte Schüler, die sich neben dem üblichen Graus von 5 Stunden Latein pro Woche auch noch zusätzlich von mir quälen lassen müssen. Und das auch noch in der 7.Stunde.

Ich male hierbei ganz bewusst ein negatives Bild, da ich die Schüler durchaus – auch aus eigener leidvoller Erfahrung heraus – verstehen kann. Das Problem an meinem Fach ist, dass der Berg an Vokabeln, Formen und Abhängigkeiten mit jeder Lektion weiter wächst. Hat der Schüler aber gerade am Anfang  den Überblick verloren, sieht er überall nur noch unüberwindbare Baustellen. Die Folge ist eine dauerhafte Enttäuschung die über kurz oder lang in eine fatalistische Gleichgültigkeit übergeht. Ganz ehrlich? Wer wollte nach diesen Erfahrungen noch ernsthaft behaupten, dass es eine gute Wahl gewesen sei, Latein zu wählen?

Förderkurse sind demnach um einiges schwieriger, als regulärer Unterricht, da ich hier in hohem Maße darauf angewiesen bin, den Schülern Erfolgserlebnisse zu vermitteln, an die sie selbst – im schlimmsten Falle – schon länger nicht mehr glauben. Wo also anfangen? Ansatzpunkt eines derartigen “Projektes” ist zunächst einmal eine ausgefeilte Diagnostik, um herauszufinden, wo genau die grundlegenden Defizite liegen. Natürlich ist das eine Binsenweisheit, die man in allen Didaktiken der Welt nachlesen kann, aber um halbwegs effektiv vorgehen zu können, muss ich die Schwierigkeiten konkret benennen können. Die Alternative wäre das Buch auf Seite 1 aufzuschlagen (“Willkommen im Grammatikland”, Cursus).

nrwEine echte Hilfe bilden hierbei Diagnosebögen, mit denen mir die Schüler ihre Problemfelder aufzeigen. (ACI, Tempora, Formenlehre etc..) Anschließend – so zumindest der Plan – kann ich Übungsmaterial zusammensuchen, mit dem ich – vielleicht in einer Art Lerntheke oder Arbeitsplan – den Förderkurs ausfülle. Binnendifferenzierung for real also. Angebote für derartige Bögen bieten eigentlich beinahe alle Schulverlage, die sich mal mehr oder weniger sinnvoll mit dem eigenen Lehrbuch kombinieren lassen. Eine kostenfreie und dennoch gute Alternative bietet uns aber auch der Bildungsserver des Landes Niedersachsen mit der Reihe Folia Portabilia Linguae Latinae”. Diese untergliedert sich insgesamt in 3 Teile, die sich wiederum an Anfänger, Fortgeschrittene und die Quali-Phase richten. Die Schüler können hierbei anhand grundlegender Erwartungskompetenzen angeben, was sie beherrschen und wo sie noch Probleme haben. Das Ganze ist übrigens u.a. unter der Federführung von Prof. Kuhlmann ausgearbeitet worden, der unter den Didaktikern ja recht bekannt ist.

Porta

Ich werde das Ganze mal ausprobieren und anschließend selbst rückmelden, wie es gelaufen ist. Habt ihr weitere Vorschläge für Materialien oder Diagnosebögen?   

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